Erfahrungsberichte und Tipps

Was sind Ihre Erfahrungen beim Pilgern? Teilen Sie diese gerne mit und ermutigen Sie andere, sich auf den Weg zu begeben.

Zum Planen und Gestalten Ihres eigenen Pilgerweges, haben wir Ihnen hier einige Tipps zusammengestellt. Wir freuen uns, wenn diese behilflich sind.

Nässe, Höhlen und Gedenken: Männer pilgern #3

 

Auch in diesem Jahr sind, nun zum dritten Mal, wieder 24 Männer vom 31. Juli bis 03. August 2025 durch Oberschwaben gepilgert. Vorneweg die Basics: etwa 65 km, (längste Etappe 29 km), 21-24 Männer, Anlaufstellen: Kloster Heiligkreuztal, Kloster Untermarchtal, Naturfreundehaus Blaubeuren und das Schönstattkäpelle Söflingen/Ulm als Zielort. Und ja, auch in diesem Jahr schwitzten wir Männer, wir hatten Blasen, wir kämpften gegen Regen und Kälte, Mückenstiche und müde Beine; ja, auch dieses Jahr entstand das Besondere durch die Impulse von Pater Lothar Herter, die Gebete und die Gespräche untereinander: vom Beruflichen, vom Familiären, vom Nostalgischen, vom Bekanntenkreis zum Persönlichen und Glauben; durch das Bier in der Mittagspause und der Pizza am Abend. Ja, auch dieses Jahr schleppten wir neben unserem physischen auch seelisches Gepäck mit. Diese Merkmale machen das Männer pilgern grundsätzlich aus. Aber was war das Besondere 2025?

Da wäre zum einen das Wetter: das erste Mal brauchten wir zwei Etappen lang unseren Nässeschutz. Die Erfahrung: Wetterapps und Regenradars sind eher Horoskope als verlässliche Vorhersagen; außerdem pilgerten wir wunderbarerweise oft mitten im Regengebiet ohne nass zu werden, und wenn es regnete, dann so leicht, dass es eigentlich kein Problem war.

Zum anderen wären das die Gebetszeiten:  die Morgen- und Abendgebete waren freiwillig unter den Teilnehmern verteilt und waren besonders beeindruckend und gedankentief. Die Gebete trugen uns mit einem kleinen Symbol durch den Tag: eine Karte („Alles was ihr tut, geschehe in Liebe“ – besonders, wenn es anstrengend wird), ein königliches Holztäfelchen („die unantastbare Würde des Menschen!!) und ein Schuh („welcher Typ bist du: bequeme Latschen, schicke Treter, Hochleistungsbergschuh. Schlappen?“).

Zum Dritten: Das Zugunglück von Zell-Bechingen eine Woche zuvor. In Gedanken und Gebet verbanden wir uns mit den Opfern und Hinterbliebenen als wir nahe der Unglückstelle vorbeikamen und im nächstgelegenen Dorf Gottesdienst feierten. Das zufällig zur selben Stunde der offizielle Gedenkgottesdienst im Münster Zwiefalten stattfand, erfuhren wir erst hinterher.

Zum Vierten: ein besonderer Gottesdienst in einer malerischen Höhle mit historischem Bezug, die sogenannte Käthra Kuche (Die Küche der Katharina): an diesem Ort hauste um die Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert eine arme Frau (Katharina), deren Rauch, wenn sie ein Feuer machte, weithin sichtbar war („Katharina kocht wieder“). Das Schicksal, oder eher, die gesellschaftlichen Zwänge ihrer Zeit, meinten es nicht besonders gut mit ihr: den Mann, den sie kennengelernt hatte, und der als Waise ebenfalls zur Unterschicht gehörte, durfte sie wegen der unterschiedlichen Konfession nicht heiraten. Später wurde sie von der Polizeibehörde aus ihrer Höhle geholt und fristete bis zu ihrem Tod ein Bettlerdasein. Diese Frau ist übrigens der historische Hintergrund einer Figur der Fasnacht im nahegelegenen Ehingen.

Zum fünften: im Naturfreundehaus in Blaubeuren war ein Singkreis von Senioren versammelt, mit denen wir zusammen aus Leibeskräften Volkslieder sangen. („So einen starken Männerchor hatten wir ja noch nie, ihr dürft gerne wiederkommen“).

Zum sechsten: Am Ziel erwarteten uns unsere Familien. Mit ihnen zusammen feierten wir den Abschlussgottesdienst in der Kapelle der Ulmer Schönstattfamilie. Ein schöner Abschluss!

Die Planungen für das Männer pilgern 2026 laufen. Der Termin: 30.07. – 02.08 2026. Wir freuen uns sehr aufs nächste Jahr.

(Johannes Schenk; Fotos Georg Schick)

 

PILGERERLEBNIS

Für mich endet ein ganz besonderes Jahr, in dem ich eine wunderbare Lebenserfahrung machen durfte … Die Pilgererfahrung, mit den Menschen und auch mit Gott unterwegs zu sein, begleitet mich noch heute auf meinen Wegen! Ich habe bei unserem Pilgerweg eine tiefe Gemeinschaft des Glaubens erleben dürfen. Mir persönlich ist die Erkenntnis geschenkt worden, dass man IHM alles anvertrauen kann. Es wird alles gut. Das Pilgern war für mich ein unvergessliches Erlebnis.

PILGERERLEBNIS

2350 km zu Fuß durch Deutschland

Von 2011 bis 2018 wanderte der Schönstatt-Peter Lothar Herter etappenweise von Nord nach Süd, von Ost nach West.

In seinem Pilgerbericht erzählt er von den Freuden und Starpazen auf dem Weg, aber auch von ungewöhnlichen Erlebnissen und besonderen Begenungen.

Das Besondere

„Ich kann das Besondere des Pilgerns nicht richtig greifen, mein Mann und ich haben uns schon öfters darüber unterhalten.“

„Ich hab mir nach dem Pilgern überlegt, ob ich mich nicht mehr in meiner Pfarrgemeinde engagieren soll. Ich hab erfahren, dass es eine Gemeinschaft braucht, um Glaube erfahrbar zu machen.“

Seit dem Pilgerweg

„Seit dem Pilgerweg bin ich aufmerksamer geworden. Ich gehe anders durch die Natur.“

„Ich habe erfahren, dass der Weg vorbereitet ist. Man braucht nicht viel für unterwegs und wird doch so beschenkt.“

„Mir wurde durch den Pilgerweg das Schönstattkapellchen geschenkt, das ich kennenlernen durfte. Dazu eine Gemeinschaft, von der ich hoffe, gute Weggefährten gefunden zu haben.“

"Es war das Beste"

„Es war das beste, was wir je gemacht haben“, erklärt Jürgen. Beate und Jürgen haben sich auf dem 9-tägigen Fußpilgerweg von Fulda nach Schönstatt neu als echte „Gefährten“ auf ihrem Lebensweg erlebt. Und Beate erzählt: „ Wir haben als junges Ehepaar unser Leben als Mitarbeiter am Reich Gottes leben wollen, doch im Laufe der Jahre vieles vergessen. Die Pilgertage haben mich nicht geerdet, sondern gehimmelt, wieder in die Spur gestellt.
Ich begreife mein Leben neu als ein Pilgern zum Himmel hin. Die Richtung stimmt. Wir gehen unter Gottes Segen. Die täglichen Sorgen und Probleme: Das ist einfach eine unbequeme Wegstrecke. Ich werde sie bewältigen. Der Weg kann steil oder anstrengend sein, aber er wird uns auch wieder schöne Abschnitte schenken, uns mit Sonnenschein und Schatten erfreuen.“

Tipps zu Vorbereitungen, Planungen, Ausrüstung

Etappen

Die Wegstrecken unserer Pilgerwege sind für durchschnittliche Wanderer gut machbar. Wer keine Erfahrungen hat, sollte vorher einige kleinere Touren machen, etwas Kondition aufbauen und die Wanderschuhe einlaufen. Die angegeben reinen Gehzeiten gehen von knapp 4 km pro Stunde aus. Zusätzlich sollte man Pausen einrechnen: 15 Minuten pro Stunde und 1 Stunde pro Tag.

Übernachtungen und Essen

Es empfieht sich, die Übernachtungen zu reservieren und auch bei Gaststätten vorher anzurufen, um Öffnungszeiten zu erfahren.

 

Ausrüstung

Jeder Wanderer und Pilgerer ist phantasiereich, dass ihr/ihm immer neue Ideen kommen, was sie/er noch mitnehmen könnte, was man wohl brauchen wird … Nach einigen Kilometern mit dem Gepäck auf dem Rücken ist man aber froh um jedes Gramm, das man nicht tragen muss. Und man staunt, wie wenig man braucht.

Die Packliste ist gedacht für Wanderer/Pilger, die sich für eine Tour von 3-5 Tagen mit Übernachtungen auf den Weg machen. Es reicht aber auch für länger.

Packliste

  • Kleidung: auf Wetterprognosen achten; es genügt eine Garnitur angezogen, eine zum Wechseln
  • gute Wanderschuhe, Wandersocken
  • Regenschutz, Sonnenschutz
  • Badeschlappen o.ä. für Rast und Quartier
  • Wanderstöcke, wer mag (sie entlansten um 5-10%)
  • Kulturbeutel mit Kleinmengen; ein kleines Handtuch
  • Plastik-Trinkflasche(n) 1,5 Liter
  • Proviant für einen Tag
  • persönliche Medikamente, Versicherungskarte
  • Foto, Karte, Pilgerführer, Pilgerausweis, Telefonnummern
  • Brustbeutel für Geld, Kreditkarte …

Eine Faustregel ist, dass man nicht mehr als 10% seines Körpergewichtes oder max. 8kg tragen sollte (inklusive Proviant und Wasser).

 

Lebensretter-Tipp:

Blasen vorbeugen und behandeln

  • Mit gut eingelaufenen Schuhen gehen
  • Füße mit einer Fußcréme abends und morgens einmassieren
  • Es darf keine Reibefläche zwischen Fuß, Socken und Schuhwerk geben. Stelle ich unterwegs eine fest, dann kommt an dieser Stelle ein glattes Pflaster auf die Haut.
  • Wenn sich Blasen bilden, haben sich Blasenpflaster bewährt. Diese frühzeitig anbringen. Sie fallen nach einigen Tagen von alleine ab.
  • Große Blasen: Am Abend mit Nadel und Garn durchstechen, Faden mit etwas Rest abschneiden und drin lassen, bis er nach einigen Tagen von alleine abfällt. Das Garn dient als „Drainage“, damit die Flüssigkeit abgeht.
  • In schlimmen Fällen muss man zum Arzt.
  • Wenn gesundheitliche Probleme auftreten: Pausen machen oder den Weg abbrechen. Es können sich sonst dauerhafte Schäden einstellen!